Nachhaltiger Website-Relaunch am Beispiel von VBC Comes

Oftmals wird über die alte Website lediglich ein neues Design gestülpt, ohne die vorhandene Website und eventuell vorhandene Besucherstatistiken ausreichend zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Die grundlegende Neugestaltung einer vorhandenen Website wird in den meisten Fällen aus ökonomischen Gründen durchgeführt. Es geht in der Regel also nicht nur darum, eine neue Website zu gestalten, die halbwegs den aktuellen ästhetischen Ansprüchen genügt. Vielmehr soll die neue Website einem bestimmten Zweck dienen, der letztendlich den Gewinn des Unternehmens steigern soll – also z. B. mehr Produkte verkaufen, mehr Neukunden gewinnen oder den vorhandenen Kunden mehr Funktionen bieten, um sie dadurch mehr an das Unternehmen zu binden.

Wie wir uns dieser Herausforderung regelmäßig stellen, möchte ich am Beispiel unseres Kunden VBC Comes erläutern.

Als eine der größten Akademien für Fahrlehrer und Berufskraftfahrer in Deutschland bietet VBC Comes aus Berlin Ausbildungen, Fort- und Weiterbildungen sowie Perfektionstrainings rund um das Verkehrswesen an. Die Website dient hauptsächlich der Neukundengewinnung und stellt das Fundament des Online-Marketings dar.

  • In mehrtägigen Fotoshootings erstellten wir Aufnahmen von den modernen Fahrzeugen.

Analyse des Ist-Zustands

Größtes Manko der bisherigen Website war die fehlende Mobiloptimierung. Das diese in der heutigen Zeit zwingend notwendig ist, hat uns einmal mehr die Auswertung der Besucher-Statistik gezeigt. Von Januar bis Oktober 2015 besuchten knapp 48 % die Website mit einem Smartphone, im Oktober 2015 waren es sogar 71 %. Seit April 2015 ist die Mobiloptimierung auch ein Ranking-Faktor bei Google, sodass Websites ohne Optimierung abgestraft und dadurch schlechter gefunden werden. Dieser Punkt allein wäre also schon Grund genug für einen Relaunch gewesen.

Die umfangreichen und sehr informativen Inhalte waren nicht ausreichend gut strukturiert und dadurch schwer konsumierbar oder teilweise gar nicht erst auffindbar.

Zudem gab es nur wenige Möglichkeiten einer schnellen und komfortablen Kontaktaufnahme.

Die Wahl eines geeigneten Content-Management-Systems

Zusammen mit dem Kunden entschieden wir uns, hauptsächlich aus ökonomischen Gründen dafür weiterhin bei WordPress zu bleiben. Der Kunde arbeitet bereits seit einigen Jahren mit WordPress und ist dementsprechend vertraut mit dem System. Andere CMS, wie beispielsweise TYPO3, hätten bei diesem Projekt keinen Mehrwert geboten und wären aber aufwändiger in der Umsetzung gewesen. Dinge, die gegen WordPress gesprochen hätten, z. B. Mehrsprachigkeit der Website oder ein umfangreiches Redaktionssystem für das Einstellen neuer Inhalte, lagen nicht vor.

Das WordPress wurde durch uns hochgradig an die verschiedenen Anforderungen des Kunden angepasst ‒ überflüssige Funktionen wurden entfernt, viele neue dazu programmiert. Es gibt zahlreiche Inhaltsmodule, mit denen alle Texte und Bilder abwechslungsreich und übersichtlich dargestellt werden können.

Konzeption mit Hilfe eines Website-Prototypen

Mit unserem Partner, dem SEM-Experten und Google Partner Jörg Zimmer, erstellten wir eine vereinfachte Navigationsstruktur, um die Benutzerführung zu vereinfachen. Darüber hinaus wurden Benennung und URL aller Seiten auf Grundlage des Suchvolumens der jeweiligen Keywords angepasst.

Anhand von statischen Prototypen wurde dann damit begonnen, die vorhandenen und neuen Inhalte in gut konsumierbare Häppchen pro Seite anzuordnen. Das Design spielte während dieser Phase noch eine untergeordnete Rolle. Viel mehr standen die Inhalte im Vordergrund und wir versuchten alle notwendigen Elemente so zu strukturieren, dass der Benutzer diese später schnell erfassen und problemlos mit ihnen interagieren kann.

Um interessierte Besucher auf einer persönlichen Ebene anzusprechen, entschieden wir uns dafür, die verschiedenen Rubriken (wie z. B. Berufskraftfahrer oder Fahrlehrer) mit großen hochwertigen Portraits der jeweiligen Ausbilder und Fahrlehrer einzuleiten. Auch die modernen Fahrzeuge von VBC Comes sollten eindrucksvoll in Szene gesetzt werden.

Um die Hürde des In-Kontakt-Tretens für Interessenten möglichst gering zu halten, haben wir auf allen Seiten Rückruf-Formulare integriert, die in wenigen Sekunden ausgefüllt und abgeschickt werden können. Zusätzlich kann man sich bequem für kostenlose Infotage, Kurse oder Fortbildungen anmelden.

  • Gegenüberstellung von Mockup (links) und fertiger Website (rechts)

Atomic Design

Früher erfolgte die Umsetzung einer Website nach dem Wasserfallmodell – einer sehr linearen Abfolge der einzelnen Projektphasen. Ein Screendesign für die komplette Seite wurde entwickelt und anschließend umgesetzt.

Diese Arbeitsweise ist für uns mittlerweile nicht mehr vorstellbar. Wir sind dazu übergegangen, die Website in ihre kleinsten Bestandteile zu zerlegen. In einem iterativen Prozess werden sie dann nacheinander designt und umgesetzt. Dabei wird mit den kleinsten Elementen begonnen und die Komplexität allmählich gesteigert. Dieses Vorgehen verbessert die Konsistenz des Designs und vereinfacht die Erweiterbarkeit der Website nach dem Relaunch. Durch das iterative Vorgehen werden zudem mögliche Schwachstellen im Konzept oder Design früh erkannt und können sofort ausgebessert werden.

Suchmaschinenoptimierung

Welche grundlegenden Optimierungen auf der Website selbst getroffen werden müssen, wissen wir mittlerweile. Weil es aber viele weitere wichtige Aspekte zu beachten gilt, nehmen wir Abstand davon, SEO professionell anzubieten und griffen auch bei diesem Projekt wieder auf die wertvolle Erfahrung von Jörg Zimmer zurück.

Wenn man nicht gerade einen Online-Shop betreibt, ist es eine herausfordernde Aufgabe den Erfolg einer Website zu messen und mit Zahlen zu belegen. Die reinen Besucherzahlen als Erfolgskriterium heranzuziehen, kann trügerisch sein. Für VBC Comes legten wir Wert auf ein ausführliches Tracking aller Formulare und sogar Telefonnummern.

Continuous Relaunch

Im Rahmen einer Website-Service-Vereinbarung wird die Website von VBC Comes kontinuierlich gewartet und weiterentwickelt. So werden immer wieder kleine Veränderungen am Design vorgenommen, vorhandene Module erweitert oder neue hinzugefügt. Als Grundlage dieser Entscheidungen dienen uns Analyse-Tools, wie z. B. Google Analytics oder Mouseflow. Zusammen mit dem Kunden und unserem SEO-Experten Jörg Zimmer werden die zahlreichen Parameter regelmäßig ausgewertet und daraus resultierende Aufgabenpakete abgeleitet.

Durch die regelmäßigen Veröffentlichungen neuer oder angepasster Funktionen können wir sicherstellen, dass die Website stetig verbessert und optimal an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst wird. Zusätzlich verkürzt ein solcher Continuous Relaunch die sogenannte „Gap of Innovation“, also die Zeitspanne, in der die Website brach liegt und nicht mit neuen innovativen Funktionen erweitert wird ‒ bis irgendwann der nächste Relaunch ansteht.

www.vbc-comes.de

Sebastian Schrama

Sebastian fühlt sich als Frontend-Entwickler in großen Systemen Zuhause. Wohldosiert packt er zur rechten Zeit den Perfektionismus-Hammer aus.